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Bojná

erb_bojna.pngMitteleuropäisches Unikat unter dem Namen Bojná

Die Gemeinde Bojná kann sich mit einer reichen Geschichte rühmen, die schon von Funden aus der Jungsteinzeit (Neolithikum) nachgewiesen wird. Auf ihrem Territorium lebte eine Vielzahl an Völkern, wie die Kelten, Daker, Markomannen oder Quaden. Die bedeutendsten jedoch waren die Slawen, die die Besiedlung von Bojná am intensivsten während der Zeit des Großmährischen Reichs begannen. Diese Geschichtsepoche der Gemeinde ist vor allem mit dem Bau mächtiger Höfe und Burgen verbunden, die bedeutende Wehrpunkte wichtiger Passagen von Ponitrie nach Považie waren.

Nach dem Untergang des Großmährischen Reichs und dem Anschluss des Territoriums der heutigen Slowakei an Ungarn wurde Bojná Königsbesitz. Erstmals wird die Gemeinde schriftlich im Jahre 1249 als Bayna erwähnt und 1598 gehörte sie sogar zu den größten Siedlungen der Region des mittleren Gebietes Ponitrie. Bojná war zu dieser Zeit besonders dank des Marktes, Jahrmarktes, den sich entwickelnden Handwerken und des Weinanbaus bekannt.

Gegenwärtig ist die Gemeinde vor allem als archäologische Forschungsstätte bekannt, dank der es gelungen ist, wertvolle Denkmäler zu entdecken, die eine völlig neue Dimension der Geschichtskenntnisse der Slowakei im frühen Mittelalter darstellen.

Großmährisches Machtzentrum

Die Anfänge der archäologischen Forschung in dieser Lokalität reichen bis ins Jahr 1905 zurück, doch ihre wertvollsten Schätze verbarg Bojná vor den Augen der Öffentlichkeit weitere hundert Jahre. Um ihre schrittweise Freilegung kümmert sich die archäologische Forschung, die seit 2007 unter dem Taktstock des Archäologischen Instituts SAV in Nitra durchführt wird. Dank dieser Forschungen gelang es bisher insgesamt drei archäologische Lokalitäten zu entdecken: die Burgstätte Valy, bezeichnet auch als Burgstätte Bojná I, die Burgstätte Bojná II im Tal des Flüsschens Bojnianka und die Burgstätte Bojná III, lokalisiert auf dem Kamm des Berges Žihľavník. Diese drei Befestigungsstrukturen bildeten ein Wehrsystem der wichtigsten Passagen von Ponitrie nach Považie und gleichzeitig führten sie die Aufsicht über die Handelsstraßen, die durch das Bergmassiv des Gebirges Považsky Inovec (deutsch: Inowetz, Freistädter Gebirge) führten.

Die bedeutendste archäologische Lokalität ist die 12 Hektar große Anhöhe der Burgstätte Valy, wo eine Vielzahl an Sammelfunden entdeckt wurden, die die bedeutende Stellung zu Zeiten des Nitraer Fürstentums bestätigen. Gegenwärtig ist für die Besucher der Burgstätte die Rekonstruktion des Walls in Vorbereitung und die Modellrekonstruktion einer typischen Slawensiedlung (Grubenhäuser), die an dem ursprünglichen Fundort steht. Ein Grubenhaus ist in die Erde abgeteuft und ins Innere gelangt man durch eine Tür, die mithilfe der in dieser Lokalität gefundenen Nachbildung des Originalschlüssels geöffnet wird. Im Inneren ist für die Besucher eine Nachbildung des Steinherds zu sehen, der in der Vergangenheit als einzige Wärmequelle diente. Die in Bojná stattfindenden Forschungen widerlegten die Hypothese, dass Nitra das einzige Zentrum des Pribina Fürstentums war bzw. Großmährens in der Slowakei.

Beweise des ersten Gebrauchs von Schriftzeichen der mitteleuropäischen Slawen

Die bedeutendsten Funde der Burgstätte Valy, sowie auch anderer örtlicher archäologischer Lokalitäten sind im Archäologischen Museum Großmährens in Bojná ausgestellt, das sich im Zentrum der Gemeinde im Gebäude des Gemeindeamtes befindet. Das Museum hat für seine Besucher Hunderte archäologischer Exponate vorbereitet, unter denen frühchristliche Sehenswürdigkeiten aus dem Beginn des 9. Jahrhunderts dominieren, die das Vorkommen und die Verbreitung des Christentums in unserer Region noch vor der Ankunft von Konstantin und Methodius in Großmähren nachweisen.

Konkret handelt es sich um sechs vergoldete Reliefplaketten aus einem tragbaren Altar. Auf den Plaketten sind kurze Texte eingraviert, die die ersten Beweise für den Gebrauch von Schriftzeichen mitteleuropäischer Slawen darstellen. Außer der Plaketten ist auch die Glocke mit einem Eisenherz ein Unikat, die 1997 von J. Jánošík im unteren Teil des Nordwestwalls der Burgstätte gefunden wurde. Diese Glocke ist nämlich ein Unikat in ganz Mitteleuropa und ist typidentisch mit der ältesten erhaltenen christlichen Bronzeglocke, die im italienischen Canin gefunden wurde.

Versäumen Sie den Besuch nicht

Bei Ihrem Besuch von Bojná versäumen Sie die Besichtigung der klassizistischen Kirche Aller Heiligen aus dem Jahr 1788 nicht, die in ihrem Interieur einen klassizistischen Altar aus dem 17. Jahrhundert mit Bildern aller Heiligen und Staturen der Hl. Klara, der Hl. Barbara, des Hl. Jan Nepomucky und der Hl. Theresa verbirgt. Außer der sakralen Denkmäler kann sich Bojná bei den Besuchern mit einer reichen Folklore und Kultur rühmen. Diese charakterisieren vor allem traditionelle Veranstaltungen wie der Faschingsumzug durch die Gemeinde, die Bestattung des Basses und das beliebte Festival der Kirchenchöre Bojná Glocken.

Liebhaber von Wanderungen und Radtouren genießen bestimmt den Besuch der großmährischen Burgstätte Valy, unweit der Rotunde des Hl. Juraj in der Gemeinde Nitrianska Blatnica, der Mineralquelle Dastín in der Gemeinde Nova Lehota und die Aufstiege auf die Gipfel Bezovec, Mačacia Skalka oder Marhát, von denen man eine herrliche Aussicht auf das Gebirge Tríbeč, die dichten Wälder des Gebirges Považsky Inovec, den Vtáčnik oder auf die Weißen Karpaten hat. Eine interessante Attraktion ist der 60 km lange Lehrpfad Považský Inovec, der in der Gemeinde Šalgovce seinen Anfang hat und quer über den Inovec bis in die Gemeinde Nemečky führt, wo er endet.

Die Besucher können in der Pension Ranč pod Babicou eine Unterkunft finden und bei Interesse an weiteren Informationen sind sie im Informationszentrum im Archäologischen Museum Großmährens in Bojná herzlich willkommen, das Ihnen viele Informationen nicht nur über die Gemeinde selbst, aber auch über ihre Umgebung gewährt.

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Archäologisches Museum Großmährens

Montag - Sonntag:       10.00 – 16.00

 

Kontakt: muzeum@bojna.sk

Tel.: 0903 211 785

Ein Museumbesuch außerhalb der Öffnungszeiten ist gegen Aufpreis möglich.

 

Bojná

Bojná Nr. 201

956 01 Bojná

Tel: 038/5364012

e-mail: ocu@bojna.sk

www.bojna.sk

 

Öffnungszeiten:

Montag 8:00 - 15:30 Sprechtag

Dienstag 8:00 - 15:30

Mittwoch 8:00 - 17:30 Sprechtag

Donnerstag 8:00 - 15:30

Freitag 8:00 - 12:00 Sprechtag